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Ganzkörper- oder Split-Training – Was ist effektiver?

6er-Split, Push-Pull, Unterkörper-Oberkörper oder doch Ganzkörpertraining zur Maximierung der Hypertrophie? Wer seine Muskeln wachsen lassen will, der stellt sich diese Frage und bekommt keine klare Antwort. Artikel in Internetforen oder Fitnessmagazinen favorisieren mal die eine und mal die andere Variante. Wie Ihr jetzt Euer Training optimal gestalten könnt – je nach Zielsetzung und verfügbarer Zeit – findet Ihr hier.

Das Split-Training

Beim Split-Training werden alle Einheiten nach Muskelgruppen oder Bewegungsmustern unterteilt und werden separat trainiert. Ein Beispiel dafür ist der klassische Push-/Pull-Split. Hier wird in drückende Bewegungen wie Beinpresse, Bankdrücken, Schulterdrücken und ziehende Übungen wie Kreuzheben oder Langhantelrudern unterteilt. Dementsprechend werden die Übungen an den einzelnen Trainingstagen gruppiert. Bei einem klassischen Split-Training nach Muskelgruppen werden pro Trainingseinheit jeweils ein bis maximal zwei Muskelpartien gefordert. Die Split-Trainingseinheiten, besonders wenn die Unterteilung nach Muskelgruppen erfolgt, erlauben eine hohe muskuläre Auslastung- ein wichtiger Faktor für Hypertrophie. Im Vergleich zum Ganzkörpertraining können hier pro Muskelgruppe mehr Sätze und Wiederholungen absolviert werden.

Das Ganzkörpertraining

Beim Ganzkörpertraining trainiert der Sportler in einer Einheit alle Muskeln – also den ganzen Körper. Dementsprechend können pro Einheit für die einzelnen Muskelgruppen nicht so viele verschiedene Übungen eingeplant werden wie bei der Split-Training-Variante. Der Vorteil liegt jedoch in einer höheren Trainingsfrequenz: Denn jede Muskelgruppe wird ja in jeder Einheit trainiert. Dadurch kann das Volumen (Sätze x Wiederholungen), welches in einer Woche bewältigt wird, oft höher ausfallen als beim Split-Training bei jeweils gleicher Anzahl an Trainingseinheiten. Ein hohes Gesamttrainingsvolumen, also das Trainingsvolumen einer Woche oder eines Monats, ist ein entscheidender Faktor zur Maximierung der Muskelhypertrophie.

Split oder Ganzkörper: Was ist effektiver für mich?

Die zwei grundlegenden Fragen, die sich jeder erst einmal beantworten sollte: Wie viele Trainingseinheiten möchte beziehungsweise kann ich pro Woche absolvieren und wie viel Zeit habe ich pro Einheit überhaupt? Bei maximal drei Trainingseinheiten pro Woche kann beispielsweise ein 6er-Split nicht funktionieren. Ein Ganzkörpertraining hingegen benötigt tendenziell mehr Zeit pro Trainingseinheit als die Split-Variante. Denn es fallen hierbei mehr Aufwärmsätze an, da auch mehr Muskeln trainiert werden. Auch sollte bei der Wahl eines Ganzkörpertrainings oder einer Split-Variante die exakte Aufteilung der Trainingstage berücksichtigt werden: Denn nach jeder Trainingseinheit sollte sich die belastete Muskelgruppe möglichst 48 Stunden lang erholen können.

Folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Varianten und ihre sinnvolle Integration je nach Anzahl an Trainingseinheiten pro Woche.

VariantenAnzahl Trainingstage/Woche
  3 4 5 6
Ganzkörper-Split X X    
Oberkörper-/Unterkörper-Split X X X X
Push- Pull-Split X   X X
Push-/Pull-/Beine-Split     X X


Für Fortgeschrittene wird im Allgemeinen eine Trainingsfrequenz von wöchentlich zwei bis drei Einheiten pro Muskelgruppe empfohlen (1). Wird hingegen ein Muskel nur einmal die Woche trainiert, scheint der Hypertrophie-Effekt reduziert zu sein. Daher sind jegliche Split-Varianten bei einer Trainingsfrequenz von maximal zwei Einheiten pro Woche nicht empfehlenswert.

Drei Trainingstage pro Woche

Ein Ganzkörpertraining mit zwei bis drei Einheiten pro Woche gilt als die erfolgversprechendste Variante. So kann jeden zweiten Tag trainiert werden, was zwischen den Einheiten genug Zeit für eine ausreichende Regeneration erlaubt. Trotz weniger Trainingstage pro Woche wird ein ausreichendes Volumen, ein wichtiger Faktor zur Stimulation von Hypertrophie, erreicht. Beim Ganzkörpertraining sollte der Fokus auf großen Muskelpartien und Grundübungen liegen, damit auch wirklich alle Muskeln in den Einheiten gefordert werden. Eine weitere Variante, die in der Praxis bei drei Trainingsmöglichkeiten pro Woche ebenfalls häufig angewendet wird, ist der Oberkörper-/Unterkörper-Split. Allerdings ist hierbei die optimale wöchentliche Trainingsfrequenz von mindestens zwei Einheiten für jede Muskelgruppe nicht gewährleistet. Je nach Präferenz werden zweimal pro Woche die Oberkörpermuskeln und lediglich einmal die Unterkörpermuskeln trainiert –oder eben umgekehrt. Alternativ kann auch jede Woche gewechselt werden, was vor allem für Sportler, die an zwei aufeinander folgende Tage trainieren müssen, sinnvoll ist:
Woche 1: Oberkörper – Unterkörper – Oberkörper
Woche 2: Unterkörper – Oberkörper – Unterkörper
etc.

Vier Trainingstage pro Woche

Auch wenn ein Ganzkörpertraining hier noch möglich ist, wird die Trainingsplanung komplizierter, da die entsprechende Regeneration berücksichtigt werden muss. Eine Unterteilung in Oberkörper-/Unterkörper Split ist hier zu empfehlen. So erreicht man ein hohes Volumen für den ganzen Körper und kann sowohl an aufeinanderfolgenden Tagen als auch mit einem Tag Pause zwischen den Studiobesuchen trainieren. Die Unterteilung in ein Push-/Pull-Training ist ebenfalls möglich, allerdings muss die Übungsauswahl an den entsprechenden Trainingstagen sorgfältig ausgewählt werden, damit die Muskelgruppen ausreichend Zeit zur Regeneration bekommen. Beispielsweise wird mittels Kniebeugen (Pushtag) und Kreuzheben (Pulltag) die hintere Oberschenkelmuskulatur doppelt bzw. an beiden Trainingstagen belastet. Eine ausreichende Erholungsphase ist daher nicht gegeben.

Fünf Trainingstage pro Woche

Neben einem Oberkörper-/Unterkörper-Split mit individueller Gewichtung auf eine Körperhälfte (drei Einheiten pro Woche für die eine Körperpartie, zwei Einheiten für die andere Körperpartie) ist bei fünf Trainingstagen pro Woche auch der Push-/Pull-/Beine-Split eine Option. Bei dieser Split-Variante liegt der Fokus allerdings auf dem Oberkörpertraining, denn lediglich eine Einheit pro Woche gilt dem Unterkörper. Ist eine ausgeprägte Beinmuskulatur das Ziel, ist diese Split-Variante sicherlich nicht ideal.

Sechs Trainingstage pro Woche

Auch hier ist der vielseitige und einfach zu planende Oberkörper-/Unterkörper-Split eine gute Lösung. Wer sich verstärkt auf das Training der Oberkörpermuskeln fokussieren möchte, kann auf einen Push-/Pull-/Beine-Split zurückgreifen. Dabei werden mittels vier Trainingseinheiten die Muskeln des Oberkörpers und zweimal pro Woche die Beinmuskulatur stimuliert.

Fazit:

Entscheidend für den Trainingserfolg ist das wöchentlich bewältigte Volumen pro Muskelpartie. Bei weniger als vier Trainingseinheiten pro Woche profitiert der Sportler von einem Ganzkörpertraining. Wer mehr Einheiten in einer Woche absolviert, profitiert von einer Oberkörper-/Unterkörper-Aufteilung; diese sind einfach zu planen und ermöglichen sowohl eine hohe Trainingsfrequenz als auch eine Vielfalt an Übungen.
Und zu guter Letzt: Ein Wechsel der Trainingsfrequenz erhöht nicht nur den Spaß am Training durch mehr Abwechslung, sondern bietet auch einen neuen, wichtigen Reiz (Stimulus) für den Körper. So empfiehlt es sich, sofern zeitlich und organisatorisch möglich, die Split-Variante von Zeit zu Zeit zu wechseln.

Autor: Sebastian Kaindl
Sebastian ist Diplom Sportwissenschaftler, Headcoach bei Kaindl Athletic System, Landestrainer für Kraftdreikampf und war selbst aktiv im Deutschen A Nationalkader.

Haftungsausschuss
Die Umsetzung der in diesem Artikel/Video geschilderten Übungen, Trainings- und/ oder Ernährungsinformationen und -empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und kann keine persönliche und individuelle Beratung ersetzen. Insbesondere bei Personen unter 18 Jahren, gesundheitlichen Einschränkungen (insbesondere orthopädischen oder internistischen Beschwerden/Erkrankungen), in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit sollte vorab grundsätzlich ein Arzt zu Rat gezogen werden. Sollten bei der Umsetzung von Trainings-und Ernährungsmaßnahmen Beschwerden auftreten, sollte immer unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Die Active Nutrition International GmbH übernimmt keinerlei Haftung.


Referenzen:

(1) Wernbom, M., Augustsson, J., & Thomeé R. (2007). The influence of frequency, intensity, volume and mode of strength training on whole muscle cross-sectional area in humans. Sports Med, 37(3): S. 225-64.